Der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) und die Europäische Kommission haben einen neuen gemeinsamen Aktionsplan vorgestellt, der darauf abzielt, die Beteiligung der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften an der europäischen Forschungs- und Innovationspolitik zu stärken. Diese Initiative ist Teil eines umfassenderen Bestrebens, die Mehrebenen-Governance in Europa zu festigen und die Gebiete besser in die Konzeption und Umsetzung der europäischen Innovationsstrategien einzubeziehen.
Das Dokument unterstreicht die zentrale Rolle, die Städte und Regionen bei den derzeit in der Europäischen Union stattfindenden ökologischen, digitalen und industriellen Wandlungsprozessen spielen. Die Gebietskörperschaften werden nicht mehr nur als Akteure der Umsetzung betrachtet, sondern als echte strategische Partner, die direkt zur Ausarbeitung der europäischen Forschungs- und Innovationspolitik beitragen können.
Dieser neue Aktionsplan deckt den Zeitraum 2025–2029 ab und stützt sich auf die Ergebnisse einer ersten Kooperationsphase, die zwischen 2020 und 2025 durchgeführt wurde. Diese erste Phase hatte es ermöglicht, den Austausch zwischen europäischen Institutionen, Regionen und Städten im Bereich der Innovationspolitik zu verstärken und gleichzeitig Instrumente für die territoriale Zusammenarbeit sowie für die Bewertung der Auswirkungen europäischer Politik zu entwickeln.
Das neue Programm gliedert sich in mehrere Schwerpunkte: Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen, Förderung territorialer Innovation, Begleitung nachhaltiger Übergänge und Stärkung der Beteiligung lokaler Gebietskörperschaften an großen europäischen Forschungsprogrammen. Es sieht zudem eine Reihe von Maßnahmen vor, die den Austausch bewährter Verfahren und den Aufbau von Netzwerken zwischen europäischen Gebieten fördern sollen.
Die Initiative legt besonderen Wert auf die Notwendigkeit, territorialisierte Innovationsansätze zu entwickeln. Regionen und Städte gelten als Schlüsselräume für die Erprobung neuer Lösungen angesichts der großen europäischen Herausforderungen, sei es Klimawandel, Energiesicherheit, nachhaltige Mobilität, digitale Transformation oder sozialer Zusammenhalt.
Der Europäische Ausschuss der Regionen erinnert bei dieser Gelegenheit an seine beratende Rolle gegenüber den europäischen Institutionen. Er wurde 1994 gegründet, versammelt Vertreter der lokalen und regionalen Gebietskörperschaften der 27 Mitgliedstaaten und wirkt an der Ausarbeitung europäischer Politiken mit, die insbesondere den territorialen Zusammenhalt, Verkehr, Energie, Klima, Bildung oder auch Innovation betreffen. Seine Rolle bei der Festlegung des nächsten Rahmenprogramms für Forschung und Innovation sollte gestärkt werden.
Mit diesem neuen Aktionsplan wollen die Europäische Kommission und der Europäische Ausschuss der Regionen die Rolle der Regionen im Europäischen Forschungsraum stärken und Innovationen fördern, die besser auf die Bedürfnisse der Bürger und die lokalen Gegebenheiten abgestimmt sind.
Der Oberrhein – ein in Europa einzigartiger grenzüberschreitender Raum für Forschung und Innovation – entwickelt im Rahmen des Interreg-Programms Oberrhein und gemeinsamer Initiativen mit den Regionen, wie beispielsweise der Initiative Wissenschaftsoffensive, zahlreiche standortbezogene Forschungsprojekte und trägt so zu dieser „standortbezogenen“ Innovation bei. Die im Aktionsplan genannten Schwerpunktthemen wie Nachhaltigkeit, Umwelt, Gesundheit und Resilienz der Regionen werden am Oberrhein besonders intensiv vorangetrieben. Derzeit laufen Initiativen und Projekte zur Strukturierung des Wissens- und Technologietransfers sowie des Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft im grenzüberschreitenden europäischen Raum, wie das Projekt Knowledge Transfer Upper Rhine oder der Kooperationsfonds Wissenschaft und Gesellschaft.
Weitere Informationen zum Aktionsplan (auf Englisch): https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/3ba809ef-3f83-11f1-8095-01aa75ed71a1/language-en
