8,5 Millionen Euro für grenzüberschreitende Forschung am Oberrhein – Auftakt für sieben Projekte im Förderprogramm „Wissenschaftsoffensive“ am 11. September 2019 in Bühl

In der mittlerweile dritten Ausschreibungsrunde des Programms „Wissenschaftsoffensive“ der Metropolregion Oberrhein wurden erneut sieben Projekte für eine Förderung wettbewerblich ausgewählt. Am 11. September fand im Bürgerhaus Bühl die Auftaktveranstaltung zur Vorstellung der prämierten Projekte statt, in Anwesenheit zahlreicher Vertreter_innen der regionalen Partner_innen und Projektträger_innen.  

Mit der „Wissenschaftsoffensive“ unterstützen das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, die Région Grand Est und das Land Rheinland-Pfalz, d. h. das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, gemeinsam mit dem Programm INTERREG Oberrhein, grenzüberschreitende Forschungsvorhaben. Diese zeichnen sich ebenso durch ihre wissenschaftliche Exzellenz aus, wie durch einen konkreten Beitrag zur Bewältigung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen der Oberrheinregion. In den Projekten arbeiten Forschungseinrichtungen gemeinsam mit Unternehmen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen an der Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen und technischer Lösungen.

Konkret werden sich die Forscher_innen in den nächsten drei Jahren beispielsweise mit Themen wie Autoimmunkrankheiten, Verbesserung von Energiespeichersystemen für Elektrofahrzeuge, Einspeisung erneuerbarer Energien ins Stromnetz, Überwachung von Pestiziden im Trinkwasser oder dem Pflanzenschutz beschäftigen.

Ende Juni wurden die sieben Projekte nach Beschluss durch den Begleitausschuss des Programms INTERREG V Oberrhein formal in die Förderung der „Wissenschaftsoffensive“ aufgenommen. Damit werden für die nächsten drei Jahre 8,5 Millionen Euro in die angewandte Forschung am Oberrhein investiert:

  • ca. 3,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Programms INTERREG V Oberrhein
  • ca. 1,75 Millionen Euro aus den öffentlichen Mitteln der Partnerregionen (Région Grand Est – Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz)
  • ca. 1,75 Millionen Euro Eigenmittel durch die teilnehmenden Forschungseinrichtungen  
  • Dazu kommen insgesamt noch mehr als 1,6 Millionen Euro aus eidgenössischen und kantonalen Mitteln sowie Eigenmittel der Schweizer Forschungseinrichtungen für Projekte mit Schweizer Beteiligung. Insgesamt wurden im Rahmen der „Wissenschaftsoffensive“ seit dem ersten Projektaufruf mehr als 25 Millionen Euro für den Ausbau des Wissenschafts- und Innovationsstandort Oberrhein bereitgestellt wodurch die gesamte Metropolregion gestärkt wurde.

Während einer Podiumsdiskussion zu Bilanz und Perspektiven der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich Forschung, Innovation und Technologietransfer am Oberrhein diskutierten Vetreter_innen aus der Regionalpolitik, den Hochschulen und der Wirtschaft über den Beitrag der Forschungskooperation für die Weiterentwicklung der Grenzregion und die Rolle der Wissenschaftsoffensive für die Entstehung neuer und innovativer Forschungsvorhaben.

 

Mehr über die ausgewählten Projekte erfahren

„Der grenzüberschreitende Kooperationsraum Oberrhein weist eine einzigartige Wissenschaftslandschaft auf. Forschung und Lehre zeichnen sich durch international anerkannte Exzellenz und eine außerordentliche Vielfalt aus“, betonte die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer. Die seit vielen Jahren bestehende Wissenschaftskooperation, die von deutschen, französischen und Schweizer Partnern entlang des Rheins stetig ausgebaut wird, hat den Erfolg der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit entscheidend mitgeprägt.

Prof. Dr. Winfried Lieber, Rektor der Hochschule Offenburg und Vizesprecher der Säule Wissenschaft der Metropolregion Oberrhein, unterstrich den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beitrag der Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und zahlreichen weiteren Lehr- und Forschungseinrichtungen für die Region und die Bedeutung der Weiterführung von existierenden Förder-und Supportinstrumenten wie der Säule Wissenschaft und der Wissenschaftsoffensive als essentielle Plattform der Wissenschaftskooperation am Oberrhein.

Claudine Ganter, Vorsitzende des Ausschusses „Internationale und grenzüberschreitende Beziehungen“ der Région Grand Est und Präsidentin des Oberrheinrats, betonte die Innovationskraft der Grenzregion vor dem Hintergrund der großen Herausforderungen, z.B. in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit. Hier gäbe es großes Potential für neue Kooperationen. Diese müssten in jedem Fall unterstützt, begleitet und begünstigt werden: „Dies ist von grundlegender Bedeutung für die Zukunft unserer Regionen, und das gemeinsame Engagement dafür bringt uns hier heute zusammen“, unterstrich Frau Ganter bei der gestrigen Veranstaltung.

Mehr Informationen: Daniel Schäfer, Leiter des Koordinationsbüro der Säule Wissenschaft, daniel.schaefer@rmtmo.eu, Tel.: +49 7851 7407 35

Auftaktveranstaltung