Der Fonds „Wissen schafft Gesellschaft am Oberrhein“ nimmt noch bis März 2027 Projektanträge entgegen.
Wie kann Wissenschaft verständlicher werden? Wie lassen sich Bürgerinnen und Bürger noch mehr für aktuelle Forschung begeistern? Und wie kann der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft weiter ausgebaut werden? Diesen Fragen widmet sich der Fonds „Wissen schafft Gesellschaft am Oberrhein“, getragen von der Säule Wissenschaft der Trinationalen Metropolregion Oberrhein (TMO), kofinanziert von der Europäischen Union im Rahmen des Interreg-Programms Oberrhein und unterstützt von den vier Eurodistrikten am Oberrhein sowie der Regio Basiliensis. Der Projektaufruf richtet sich weiterhin an Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Vereine, öffentliche Einrichtungen sowie Akteurinnen und Akteure der Wissenschaftskommunikation. Gefördert werden grenzüberschreitende Projekte, die Wissenschaft sichtbar, verständlich und für die Gesellschaft erlebbar machen.
Die Förderung kann bis zu 60 % der förderfähigen Kosten betragen. Über die finanzielle Unterstützung hinaus verfolgt der Fonds das Ziel, neue Formen des Austauschs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft in einer der bedeutendsten Forschungsregionen Europas zu fördern, welche mehr als einhundert Hochschulen und Forschungsinstitutionen vereint. Während der Projektaufruf noch bis März 2027 geöffnet ist, veranschaulichen die vom ersten Auswahlkomitee auserkorenen vier Projekte konkret, welche Vorhaben der Fonds unterstützen möchte:
Den Klimawandel beim Wandern entdecken
- Projekt „Klimaspuren: Pfälzerwald–Vogesen“
Die Auswirkungen des Klimawandels bei einem Spaziergang erkennen – genau das ist das Ziel des deutsch-französischen Projekts „KlimaSpuren: Pfalz-Vogesen“, Ab 2028 entstehen auf beiden Seiten des Rheins – im Pfälzerwald und in den Vogesen – zweisprachige Lehrpfade. Informationstafeln erklären anschaulich, wie sich der Klimawandel bereits heute auf Landschaften, Wälder und die Luftqualität in der Oberrheinregion auswirkt. Warum steigen die Temperaturen? Weshalb verändern sich Ökosysteme? Welche Rolle spielt die Luftqualität? Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse werden verständlich erklärt und direkt mit den Beobachtungen vor Ort verknüpft. Das Projekt bringt Klimaforschende, Fachleute für Luftqualität, Expertinnen und Experten der Wissenschaftskommunikation sowie Studierende zusammen. Gemeinsam entwickeln sie ein Bildungsangebot, das Wissenschaft dort vermittelt, wo ihre Auswirkungen unmittelbar sichtbar werden. So entsteht eine Brücke zwischen Forschung und Gesellschaft – mitten in der Natur. Dieses Projekt wird vom Land Rheinland-Pfalz getragen, vertreten durch die Rheinland-Pfalz-Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) und ihre Partner ATMO Grand Est und Klimapalatina.
Zukunftstechnologien verstehen und Vertrauen schaffen
- Projekt „Trust-ET – Trusting Emerging Technologies“
Künstliche Intelligenz, Robotik oder Quantencomputing prägen zunehmend unseren Alltag. Doch wie funktionieren diese Technologien eigentlich? Getragen vom CESI und seinen Partnern, der FNHW Basel und der DHBW Stuttgart, das Projekt Trust-ET möchte Zukunftstechnologien verständlich machen und den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördern. Anstelle klassischer Vorträge setzt das Projekt auf interaktive Formate: Besucherinnen und Besucher können Anwendungen künstlicher Intelligenz ausprobieren, Roboter erleben, sich über Cybersicherheit informieren und mit Forschenden ins Gespräch kommen. Im Mittelpunkt steht nicht die Technik selbst, sondern ihre Bedeutung für unseren Alltag – in Bereichen wie Gesundheit, Mobilität, Energie oder Industrie. Gemeinsam entwickeln Partner aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz eine Wanderausstellung sowie mobile Demonstratoren, die an verschiedenen Orten im Oberrheingebiet präsentiert werden. Denn Vertrauen entsteht dort, wo Wissen geteilt, erlebt und diskutiert werden kann.
Wenn die Wissenschaft zu den Menschen kommt
- Projekt „Eucor MobiLab Tour 2027“
Was wäre, wenn Wissenschaft nicht nur in Laboren stattfände, sondern direkt zu den Menschen käme?
Genau das ist die Idee der Eucor MobiLab Tour 2027. Das innovative, nachhaltige und mobilen Tiny House entwickelt am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) macht Station in den Universitätsstädten am Oberrhein und bringt Forschung dorthin, wo Menschen leben und arbeiten.
Schülerinnen und Schüler, Studierende, Berufstätige und Interessierte erhalten die Möglichkeit, Forschende kennenzulernen, an interaktiven Formaten teilzunehmen und aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen aus nächster Nähe zu erleben.
Nach einer ersten grenzüberschreitenden Tour im Jahr 2023 steht die Ausgabe 2027 ganz im Zeichen der beiden eng miteinander verbundenen Themen Nachhaltigkeit und Gesundheit. Neue Beteiligungsformate rund um Citizen Science, Entrepreneurship und in den Eucor-Universitätsstädten entwickelten Innovationen ergänzen das Programm und fördern den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.
Die Eucor MobiLab Tour zeigt, dass Forschung nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden muss, sondern mitten im Alltag der Menschen ihren Platz finden kann. Dieses Projekt wird vom KIT und seinen Partnern (Eucor, Hochschule Karlsruhe, Trion-climate e.V., Universität Basel, Universität Straßburg, Universität Haute-Alsace, Universität Freiburg und RPTU Landau) getragen.
Zukunftstechnologien mit den eigenen Händen erleben
- Projekt „HelpMeTouch“
Wie kann eine Prothese Berührungen wahrnehmen? Und wie helfen intelligente Sensoren dabei, medizinische Hilfsmittel besser an den Menschen anzupassen? Antworten auf diese Fragen gibt das Projekt HelpMeTouch – mit interaktiven Experimenten, die Wissenschaft für alle erlebbar machen. Das Projekt wird von der Universität Straßburg und ihren Partnern, der Fachhochschule Nordwestschweiz, BellwaldTEC GmbH und der Hochschule Furtwangen, getragen. Ausgehend von den Forschungsergebnissen des Interreg-Projekts HelpMeWalk entwickelt HelpMeTouch Mitmachformate, die innovative Sensor- und Assistenztechnologien verständlich erklären. Besucherinnen und Besucher können unter anderem mit sensorgestützten Handschuhen versteckte Gegenstände ertasten, während ein digitales Modell ihre Bewegungen sichtbar macht. Ein weiteres Exponat zeigt, wie Sensoren in einer Armprothese künstliche Berührung erfassen und darstellen können. Die Workshops werden bei zahlreichen Wissenschafts- und Kulturveranstaltungen im gesamten Oberrheingebiet angeboten und vermitteln anschaulich, wie Ingenieurwissenschaften, Informatik und Künstliche Intelligenz zur Verbesserung der medizinischen Versorgung beitragen können. HelpMeTouch macht aus Forschung ein greifbares Erlebnis – und zeigt, wie wissenschaftliche Innovationen den Alltag vieler Menschen konkret verbessern können.
Der Projektaufruf läuft weiter
Nach einer ersten Einreichungsfrist im Juni 2026 können Projektträger ihre Anträge weiterhin zu den beiden verbleibenden Stichtagen einreichen:
- 15. Oktober 2026
- 15. März 2027
Informationsveranstaltungen und Online-Sprechstunden unterstützen Interessierte bei der Vorbereitung ihrer Projektanträge.
Alle Informationen zu Förderbedingungen, Teilnahmevoraussetzungen und Fristen sind auf der Internetseite des Fonds verfügbar: https://science.rmtmo.eu/de/willkommen/wissenschaft-gesellschaft/
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