Am 16. Juli dieses Jahres unterzeichneten die für Forschung und Innovation zuständigen Minister Frankreichs und Deutschlands in Brühl (Deutschland) einen umfassenden gemeinsamen Aktionsplan für Forschung. Dieser Plan zieht Bilanz über die Maßnahmen, die im Rahmen des deutsch-französischen Forschungsfahrplans seit dem letzten Ministerrat im Jahr 2025 bereits umgesetzt wurden. Vor allem aber legt der nun ausgearbeitete Aktionsplan Prioritäten für neue Maßnahmen im Rahmen der künftigen Zusammenarbeit beider Länder in den Bereichen künstliche Intelligenz (KI) sowie Fusions- und Batterieforschung fest. Auch Quantentechnologien und bahnbrechende Innovationen spielen in diesem Aktionsplan eine wichtige Rolle.
- Künstliche Intelligenz: Auf der Grundlage der Ergebnisse der in den letzten Jahren bereits ausgeschriebenen gemeinsamen Projektausschreibungen und der durchgeführten Arbeiten sind in diesem Aktionsplan mehrere strategische Maßnahmen im Bereich der künstlichen Intelligenz vorgesehen:
- Gemäß einer im Juni unterzeichneten Absichtserklärung sollen das INRIA (FR) und das DFKI (DE) ihre Kräfte bündeln, um ein deutsch-französisches Forschungszentrum für KI zu gründen, das europäische Standards anwendet.
- den engen Austausch zu diesem Thema durch die Organisation von Networking-Veranstaltungen fortzusetzen und diese Zusammenarbeit durch Veröffentlichungen sichtbar zu machen
- die Zusammenarbeit im Bereich der Infrastruktur in diesem Bereich zu vertiefen, insbesondere im Zusammenhang mit KI-Fabriken
- ihre Forschungsschwerpunkte zu diesem Thema anzupassen, um sich gemeinsam und abgestimmt um Projekte von strategischer Bedeutung bewerben zu können.
- Fusionsenergie: Beide Länder werden im Bereich der Forschung und Entwicklung zur Fusionsenergie weiterhin eng zusammenarbeiten. Eine Absichtserklärung wurde während des Ministerrats unterzeichnet.
- Batterien: Das deutsch-französische Projekt HIPOBAT bildet die Grundlage für eine solide Zusammenarbeit, die sowohl im Bereich der Forschung als auch im Bereich des Technologietransfers verstärkt werden soll.
- Der Fahrplan für bahnbrechende Innovationen, der heute von Ministerin Bär und dem französischen Wirtschaftsminister Roland Lescure unterzeichnet wurde, erweitert die Zusammenarbeit auf gemeinsame Maßnahmen. Frankreich und Deutschland bekräftigen damit ihr gemeinsames Engagement für ein innovatives, wettbewerbsfähiges und souveränes Europa. Erwogen wird die Gründung einer französischen Agentur für disruptive Innovationen nach dem Vorbild der Agentur SprinD, die von engen Verbindungen zu ihrem deutschen Pendant profitieren wird.
- Quantentechnologien sind für beide Länder von entscheidender Bedeutung – nicht nur im Hinblick auf die technologische Souveränität, sondern auch für die Schaffung wirtschaftlicher Werte und die nationale Sicherheit. Deshalb arbeiten Deutschland und Frankreich eng zusammen, um auch in Europa den Aufbau eines umfassenden Innovationsökosystems und einer industriellen Quantenwertschöpfungskette zu ermöglichen. Die Minister unterzeichneten eine gemeinsame Stellungnahme zum „European Quantum Act“. Dabei handelt es sich um eine europäische Gesetzesinitiative, die darauf abzielt, Forschung, Entwicklung und industrielle Einführung von Quantentechnologien innerhalb der EU zu beschleunigen.
Das Thema der Sichtbarkeit, Nutzung und gemeinsamen Nutzung von Forschungsinfrastrukturen ist ebenfalls Teil der im Aktionsplan behandelten Punkte. Es soll eine Liste von Infrastrukturen erstellt werden, die einen ersten Schritt hin zu einem integrierten europäischen Forschungsraum darstellen könnte.
Schließlich sprachen sie sich für eine starke europäische Forschungs- und Innovationspolitik, für die Beibehaltung der Leitinitiativen des Programms „Horizont Europa“ für den nächsten europäischen Programmplanungszeitraum sowie für die Entwicklung des Europäischen Forschungsraums aus.
Weitere Informationen: Homepage – Bär: Die Forschungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich ist ein Schulterschluss unter Freunden – BMFTR
