Im Anschluss an die Landtagswahlen 2026 haben die Grünen und die CDU ihren neuen Koalitionsvertrag für den Zeitraum 2026–2031 vorgestellt. Dieser Regierungsvertrag legt die politischen Leitlinien für Baden-Württemberg für die nächsten fünf Jahre fest und legt in den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Innovation einen klaren Schwerpunkt auf die Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, insbesondere in der Oberrheinregion.
Vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen, technologischen und ökologischen Wandels will die Koalition Baden-Württemberg als einen der wichtigsten europäischen Wissenschafts- und Innovationsstandorte festigen. Die Strategie basiert auf der Stärkung der Hochschulen, der Forschungsinfrastrukturen und der Kooperationen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.
Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, insbesondere in der Oberrheinregion. Der Vertrag unterstreicht die strategische Rolle dieses trinationalen Raums, der Baden-Württemberg mit den benachbarten französischen Regionen und der Nordwestschweiz verbindet. Dank ihres dichten Netzwerks aus Hochschulen, Forschungsinstituten und Industrieakteuren gilt diese Region als Schlüsselgebiet für die Entwicklung gemeinsamer Innovationsprojekte.
Die Landesregierung möchte die trinationale Metropolregion Oberrhein als integrierten Forschungs- und Innovationsraum stärken. Ziel ist es, die bestehenden Netzwerke zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen, Unternehmen und öffentlichen Akteuren zu festigen und deren Sichtbarkeit und Wirksamkeit auf europäischer Ebene zu fördern.
Der Vertrag sieht zudem eine verstärkte Unterstützung grenzüberschreitender Forschungskooperationen vor, um die Gründung internationaler Konsortien zu erleichtern und die Fähigkeit der regionalen Akteure zum Zugang zu europäischen Fördermitteln zu verbessern. Besonderes Augenmerk gilt den Programmen „Horizont Europa“ und „Interreg“, die als wesentliche Hebel für die Entwicklung gemeinsamer Projekte angesehen werden. Die „Wissenschaftsoffensive“ als einzigartiges Förderinstrument, das europäische und regionale Fördermittel für den Wissens- und Technologietransfer am Oberrhein bündelt, wird im Koalitionsvertrag als eine fortzuführende Initiative genannt.
Das Wissens- und Innovationstransfer bildet einen zentralen Schwerpunkt des Koalitionsvertrages. Der Text fördert eine stärkere Annäherung zwischen Forschung und Industrie, insbesondere in den Bereichen Zukunftstechnologien wie künstliche Intelligenz, digitale Technologien, Biowissenschaften und nachhaltige Transformation. Ziel ist es, die Innovationsfähigkeit der Region zu stärken und die Entwicklung konkreter Lösungen aus der Forschung zu fördern.
Der Vertrag betont zudem die Notwendigkeit, Hochschulen und Forschungseinrichtungen durch eine stabile und planbare Finanzierung zu unterstützen, sowie die Bedeutung einer Steigerung der Attraktivität des regionalen Wissenschaftssystems für internationale Talente.
Insgesamt bestätigt dieser neue politische Rahmen eine klare Ausrichtung: Baden-Württemberg zu einem europäischen Innovationsmotor zu machen und den Oberrhein als Vorzeigeregion für grenzüberschreitende wissenschaftliche Zusammenarbeit zu positionieren, die in der Lage ist, akademische Exzellenz, industrielle Innovation und gesellschaftliche Herausforderungen miteinander zu verbinden. Der Verbund Eucor – the European Campus wird in diesem Zusammenhang explizit erwähnt.
Weitere Informationen: https://www.landtagswahl-bw.de/landtagswahl-2026/koalitionsvertrag-gruene-cdu
