Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Stadt Karlsruhe möchten ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Stadtforschung und Raumentwicklung intensivieren. Diese verstärkte Zusammenarbeit zielt darauf ab, den komplexen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Wandel der Städte besser zu begegnen, insbesondere in den Bereichen Resilienz, Nachhaltigkeit und soziale Innovation. In diesem Zusammenhang haben die beiden Partner eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet, um ihre Zusammenarbeit im Rahmen transdisziplinärer Forschungsprojekte zu strukturieren. Die offizielle Unterzeichnung fand am 5. Mai 2026 in Karlsruhe in Anwesenheit des Präsidenten des KIT, Prof. Jan S. Hesthaven, und des Karlsruher Oberbürgermeisters Dr. Frank Mentrup statt.
Diese Zusammenarbeit basiert auf einer gemeinsamen Überzeugung: Der Wandel der Städte angesichts der aktuellen Herausforderungen erfordert eine enge Interaktion zwischen Wissenschaft, öffentlichen Akteuren und der Gesellschaft. Ziel ist es daher, Ansätze der angewandten Forschung zu entwickeln, die es ermöglichen, städtische Herausforderungen direkt in wissenschaftliche, pädagogische und ko-konstruktive Aktivitäten zur Lösungsfindung zu integrieren.
Zu den Schwerpunkten gehören die Einrichtung von transdisziplinären Forschungsprojekten in Form von „Reallabors“ (lebendigen Laboren) sowie die Entwicklung von Formaten für einen regelmäßigeren Austausch zwischen Forschern, Verwaltungen und Bürgern. Diese Maßnahmen ermöglichen es, Lösungen unter realen Bedingungen zu testen und wissenschaftliche Erkenntnisse besser mit den Bedürfnissen vor Ort zu verknüpfen.
Die Zusammenarbeit sieht zudem eine stärkere Einbindung städtischer Fragestellungen in die Ausbildungsgänge vor, um die Verbindung zwischen Lehre, Forschung und öffentlichem Handeln zu stärken. Die wissenschaftlichen Kompetenzen des KIT und die Daten aus der Stadt Karlsruhe werden gebündelt, um konkrete Projekte vor Ort voranzutreiben.
Ein zentraler Bestandteil dieser Dynamik ist die Schaffung von SPARK, einem neuen Raum für transdisziplinäre und menschenzentrierte Forschung in der Nähe der Karlsruher Innenstadt. Dieser Ort wird im Sommer 2026 seine Türen öffnen und Forscher, Studierende sowie nicht-akademische Akteure willkommen heißen, um gemeinsam an der Entwicklung innovativer Lösungen zu arbeiten. SPARK verkörpert den Willen des KIT, seine Vision „Science for Impact“ zu einem noch stärker auf Zusammenarbeit ausgerichteten Ansatz unter dem Motto „Co-creating impact“ weiterzuentwickeln. SPARK wird in Zusammenarbeit zwischen mehreren Einrichtungen des KIT entwickelt, darunter das Institut für Technologiebewertung und Systemanalyse (ITAS), das KIT-Zentrum für Mensch und Technologie sowie das Institut für Wirtschaftsinformatik.
Es ist Teil einer umfassenderen Dynamik, die darauf abzielt, den nachhaltigen und resilienten Wandel von Städten zu unterstützen. Diese Initiative fügt sich zudem in die strategischen Leitlinien des KIT ein, das aktiv zur Bewältigung globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Energiewende, nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen oder auch den gesellschaftlichen Wandel im Angesicht neuer Technologien beitragen will.
Als Forschungsuniversität innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft verbindet das KIT wissenschaftliche Exzellenz mit anwendungsorientierter Ausrichtung, um konkrete Lösungen im Dienste der Gesellschaft zu fördern.
Weitere Informationen (Quellen): https://idw-online.de/de/news870101
