{"id":15387,"date":"2025-10-02T11:29:08","date_gmt":"2025-10-02T09:29:08","guid":{"rendered":"https:\/\/science.rmtmo.eu\/news\/interview-das-grenzueberschreitende-projekt-autometa-musterbeispiel-fuer-die-exzellenz-des-oberrheins-fuer-die-personalisierte-medizin\/"},"modified":"2025-10-09T16:01:12","modified_gmt":"2025-10-09T14:01:12","slug":"interview-das-grenzueberschreitende-projekt-autometa-musterbeispiel-fuer-die-exzellenz-des-oberrheins-fuer-die-personalisierte-medizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/science.rmtmo.eu\/en\/news\/interview-das-grenzueberschreitende-projekt-autometa-musterbeispiel-fuer-die-exzellenz-des-oberrheins-fuer-die-personalisierte-medizin\/","title":{"rendered":"Interview: Das grenz\u00fcberschreitende Projekt Autometa \u2013 Musterbeispiel f\u00fcr die Exzellenz des Oberrheins f\u00fcr die personalisierte Medizin"},"content":{"rendered":"<p>Laborinnovation mit dem Projekt AUTOMETA: Die automatisierte Vorbereitung von Proben f\u00fcr die Metabolomanalyse erm\u00f6glicht zuverl\u00e4ssigere Analysen und effektive personalisierte Behandlungen. Diese Innovation wird von einem binationalen Konsortium entwickelt, welches die Universit\u00e4t Freiburg, die Universit\u00e4t Basel und die Hahn-Schickard-Gesellschaft f\u00fcr angewandte Forschung e.V. umfasst. Die Forschenden arbeiten zusammen mit Unternehmen, um eine L\u00f6sung basierend auf zentrifugalmikrofluidischen Disks f\u00fcr die Automatisierung der Probenvorbereitung zu entwickeln. Die S\u00e4ule Wissenschaft hat sich mit dem Tr\u00e4ger dieses im Rahmen der Wissenschaftsoffensive finanzierten Projekts unterhalten, der uns \u00fcber die Entstehung des Projekts, die Expertise der Forschungsteams und die Fortschritte berichtet, die diese Technologie f\u00fcr die Med-tech Unternehmen und f\u00fcr die Patienten bringen k\u00f6nnte.<!--more--><\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15375 alignleft\" src=\"https:\/\/science.rmtmo.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/photo_Kammerer_Autometa.jpg\" alt=\"\" width=\"184\" height=\"276\" srcset=\"https:\/\/science.rmtmo.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/photo_Kammerer_Autometa.jpg 540w, https:\/\/science.rmtmo.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/photo_Kammerer_Autometa-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 184px) 100vw, 184px\" \/>K\u00f6nnen Sie sich vorstellen und Ihre Rolle im Projekt AUTOMETA beschreiben?<\/strong><\/p>\n<p>Mein Name ist Bernd KAMMERER, ich bin Leiter des Bereichs Metabolomik im Zentrum f\u00fcr Biosystemanalyse der Universit\u00e4t Freiburg und wissenschaftlicher Koordinator des Projektes AUTOMETA.<\/p>\n<p><strong>Wie ist die Idee von ALBUCOL entstanden und was entwickeln Sie in diesem Projekt?<\/strong><\/p>\n<p>Wir arbeiten im Bereich der Metabolomik, also der Untersuchung von Metaboliten in Zellen, Biofl\u00fcssigkeiten, Geweben oder Organismen. Metaboliten umfassen alle Beiprodukte vom Stoffwechsel. Diese k\u00f6nnen in Echtzeit einen \u00dcberblick \u00fcber den physiologischen Zustand einer Person, eines Tieres oder selbst eines Baumes geben.<br \/>\nDas Problem ist, dass die Probenvorbereitung f\u00fcr die Metabolomanalyse manuell sehr aufwendig ist. Diese manuellen Prozesse sind nicht nur teuer, sondern auch anf\u00e4llig f\u00fcr menschliche Fehler, was schlie\u00dflich die Zuverl\u00e4ssigkeit der Ergebnisse beeintr\u00e4chtigen kann. Wir m\u00f6chten also diese Probenvorbereitung automatisieren.<\/p>\n<p><strong>Welche Technologie steckt hinter AUTOMETA?<\/strong><\/p>\n<p>Wir entwickeln zentrifugalmikrofluidische Disks. Mikrofluidisch bedeutet, dass wir mit sehr geringen Fl\u00fcssigkeitsvolumen arbeiten. Die Disks sehen einer CD sehr \u00e4hnlich, in die wir mikrofluidische Kan\u00e4le und Kammern einbringen. Die Idee ist dann, eine fl\u00fcssige Patientenprobe wie Urin oder Blut in eine Einlasskammer auf der Disk zu pipettieren. Wir rotieren dann die Disk mithilfe einer speziellen Zentrifuge. Durch die Zentrifugalkraft bewegt sich die Probe durch die Kan\u00e4le und Kammern, in welchen verschiedene biochemische Prozesse automatisch ablaufen. Das Endprodukt kann dann entnommen werden und mittels Massenspektrometer getestet werden, um die speziellen Metaboliten, die uns interessieren, pr\u00e4zise zu analysieren.<\/p>\n<p><strong>Im Konsortium Ihres Projekts sind mehrere Hochschulpartner aus der Oberrheinregion beteiligt. Welche Kompetenzen bringt jede Einrichtung mit?<\/strong><\/p>\n<p>An der Universit\u00e4t Freiburg, haben wir an einem Protokoll gearbeitet, um Krebsmarker zu analysieren. Hiermit m\u00f6chten wir zeigen, dass man mit bestimmten Metaboliten Krebs viel fr\u00fcher und schneller identifizieren kann, bevor die Krankheit zu gro\u00dfen Schaden anstellt.<br \/>\nUnsere Partner der Universit\u00e4t Basel haben ein Protokoll erarbeitet, um Pilzvergiftungen schnell zu identifizieren. Nach einer Pilzvergiftung ist es n\u00e4mlich wichtig innerhalb von 24 Stunden zu agieren. Solche Vergiftungen werden aber oft falsch diagnostiziert und wenn es klar wird, dass es sich doch um eine Pilzvergiftung handelt, ist es oft zu sp\u00e4t.<br \/>\nUnsere anderen Partner an der Hahn-Schickard Gesellschaft haben diese Protokolle \u00fcberarbeitet, um sie an die Mikrofluidik anzupassen und arbeiten nun daran, die Disks herzustellen und auszutesten.<\/p>\n<p><strong>Was ist f\u00fcr Sie der Vorteil, dieses Projekt mit Partnern aus der Grenzregion zu entwickeln, und umgekehrt, welchen Mehrwert bringt Ihr Projekt f\u00fcr den Oberrhein?<\/strong><\/p>\n<p>Am Oberrhein profitieren wir von der Expertise der verschiedenen L\u00e4nder. Es nicht sehr einfach, solche internationalen Projekte aufzustellen, gerade wegen der unterschiedlichen F\u00f6rdermittel, W\u00e4hrungen oder wissenschaftlichen Systeme. Deshalb war es f\u00fcr uns eine gro\u00dfe Hilfe, dass es F\u00f6rdert\u00f6pfe wie Interreg und die Wissenschaftsoffensive gibt, mit welchen wir unser Projekt finanzieren k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Pharmaindustrie ist im ganzen Oberrhein auch weit entwickelt. Deshalb ist es f\u00fcr uns sehr interessant, gerade in dieser Region an einem solchen Projekt zu arbeiten. Au\u00dferdem k\u00f6nnen auch die zahlreichen Firmen dieses Sektors von unserer Automatisierung profitieren, weil hiermit auch Kosten gesenkt werden k\u00f6nnen. Damit kann der Wirtschaftsstandort Oberrhein auch langfristig konkurrenzf\u00e4hig bleiben.<br \/>\nDas Projekt AUTOMETA ist ein Projekt der Wissenschaftsoffensive der Trinationalen Metropolregion Oberrhein, das vom Interreg-Programm Oberrhein, der R\u00e9gion Grand Est, dem Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-W\u00fcrttemberg und dem Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz kofinanziert wird. Die Schweizerische Eidgenossenschaft und die Kantone der Nordwestschweiz beteiligen sich an der Finanzierung der Schweizer Projektpartner.<\/p>\n<p>Mehr Informationen: <a href=\"https:\/\/www.hahn-schickard.de\/en\/projects\/projects\/automatisierte-probenvorbereitung-zur-massenspektrometrischen-analyse-des-stoffwechsels-fuer-die-personalisierte-medizin-autometa\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.hahn-schickard.de\/en\/projects\/projects\/automatisierte-probenvorbereitung-zur-massenspektrometrischen-analyse-des-stoffwechsels-fuer-die-personalisierte-medizin-autometa<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laborinnovation mit dem Projekt AUTOMETA: Die automatisierte Vorbereitung von Proben f\u00fcr die Metabolomanalyse erm\u00f6glicht zuverl\u00e4ssigere Analysen und effektive personalisierte Behandlungen. 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