{"id":15466,"date":"2025-10-24T16:50:23","date_gmt":"2025-10-24T14:50:23","guid":{"rendered":"https:\/\/science.rmtmo.eu\/?p=15466"},"modified":"2025-10-24T16:50:23","modified_gmt":"2025-10-24T14:50:23","slug":"interview-variopore-ein-bedeutender-fortschritt-im-bereich-der-krankheitsdiagnostik-dank-nanotechnologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/science.rmtmo.eu\/de\/neues\/interview-variopore-ein-bedeutender-fortschritt-im-bereich-der-krankheitsdiagnostik-dank-nanotechnologie\/","title":{"rendered":"Interview: VarioPore \u2013 ein bedeutender Fortschritt im Bereich der Krankheitsdiagnostik dank Nanotechnologie"},"content":{"rendered":"<p><em>Das Projekt VarioPore bringt eine Innovation in die Krankheitsdiagnose: Der Nachweis von Molek\u00fclen mit Hilfe eines Nanopores, um Schnelltests am Ort der Behandlung durchzuf\u00fchren. Diese Innovation wird von einem trinationalen Konsortium entwickelt, bestehend aus der Hochschule Furtwangen, der Universit\u00e4t Haute-Alsace und der Fachhochschule Nordwestschweiz. Die Forscherinnen und Forscher arbeiten mit medizinischen und industriellen Partnern zusammen, um die bahnbrechende Technologie mobiler Diagnoseger\u00e4te f\u00fcr schnellere und zuverl\u00e4ssigere Tests am Ort der Behandlung, zu entwickeln und zu testen. Die S\u00e4ule Wissenschaft hat sich mit dem Tr\u00e4ger dieses im Rahmen der Wissenschaftsoffensive finanzierten Projekts unterhalten, der uns \u00fcber die Entstehung des Projekts, die Expertise der Forschungsteams und die Fortschritte berichtet, die diese Technologie f\u00fcr Labore und Patienten bringen wird.<\/em><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-15455  alignleft\" style=\"margin-top: 0.857143rem; margin-right: 1.71429rem; margin-bottom: 0.857143rem; font-style: italic;\" src=\"https:\/\/science.rmtmo.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Foto_Azaroushang_Variopore.png\" alt=\"\" width=\"299\" height=\"396\" srcset=\"https:\/\/science.rmtmo.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Foto_Azaroushang_Variopore.png 750w, https:\/\/science.rmtmo.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Foto_Azaroushang_Variopore-227x300.png 227w\" sizes=\"auto, (max-width: 299px) 100vw, 299px\" \/><\/p>\n<p><u>K\u00f6nnen Sie sich kurz vorstellen und Ihre Rolle im VarioPore Projekt beschreiben?<\/u><\/p>\n<p>Mein Name ist Bahman AZARHOUSHANG, ich bin Leiter des KSF &#8211; Institute for Advanced Manufacturing der Hochschule Furtwangen und wissenschaftlicher Koordinator des Projektes VarioPore.<\/p>\n<p><u>Wie ist die Idee von VarioPore enstanden und was entwickeln Sie in diesem Projekt?<\/u><\/p>\n<p>Die Idee kam urspr\u00fcnglich w\u00e4hrend Corona-Pandemie auf. Zu der Zeit wurde klar, wie wichtig es ist, m\u00f6gliche Erkrankungen schnell zu erkennen. Als wir von der Ausschreibung der Wissenschaftsoffensive erfahren haben, bot sich die Gelegenheit, eine schnelle und mobile Diagnosetechnik auf Basis von Nanoporen zu entwickeln. Die erste Anwendung sollte die Erkennung von Borreliose sein. Diese Krankheit wird von Zecken \u00fcbertragen, was das Projekt f\u00fcr die Oberrheinregion besonders relevant macht.<\/p>\n<p><u>Welche Technologie steckt hinter VarioPore?<\/u><\/p>\n<p>Zuerst bringt man in ein St\u00fcck Keramik eine Vertiefung ein, so dass nur eine sehr d\u00fcnne Schicht \u00fcbrigbleibt, eine sogenannte Membran. Sie ist etwa so dick wie die Haut einer Seifenblase. In diese Membran wird ein extrem kleines Loch gebohrt. Der Durchmesser betr\u00e4gt nur ein Tausendstel eines menschlichen Haares. Solche L\u00f6cher nennt man \u201eNanoporen\u201c. Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien k\u00f6nnen durch diese Nanoporen hindurch wandern. Legt man eine elektrische Spannung zwischen Ober- und Unterseite der Membran an, ergibt sich f\u00fcr jeden Krankheitserreger ein bestimmter Strom. Es entsteht quasi ein Fingerabdruck von jedem Virus und jeder Bakterie.<\/p>\n<p>Bakterien und Viren k\u00f6nnen sehr unterschiedliche Gr\u00f6\u00dfen haben. Die Durchmesser der Nanoporen m\u00fcssen deshalb entsprechend gew\u00e4hlt werden. In diesem Projekt entwickeln wir eine Methode, mit der man die Gr\u00f6\u00dfe der Nanoporen flexibel anpassen kann. Das macht die Untersuchungen mit dieser Methode nicht nur schnell, sondern auch kosteng\u00fcnstig. Man kann ein und dieselbe Nanopore zur Erkennung mehrerer Krankheitserreger benutzen.<\/p>\n<p><u>Im Konsortium Ihres Projekts sind mehrere Hochschulpartner aus der Oberrheinregion beteiligt. Welche Kompetenzen bringt jede Einrichtung mit? <\/u><\/p>\n<p>An der Hochschule Furtwangen (KSF) werden die Verfahren entwickelt, um die d\u00fcnnen Membranen zu fertigen. Dazu wird ein Laser benutzt. Anschlie\u00dfend werden die Nanoporen in die Membranen gebohrt. Daf\u00fcr gibt es zwei Methoden: Die erste nutzt quasi einen elektrischen Funken, um eine Nanopore zu erzeugen, die andere ein speziell daf\u00fcr ausger\u00fcstetes Elektronenmikroskop.<\/p>\n<p>An der Fachhochschule Nordwestschweiz werden als Alternative dazu Membranen und gro\u00dfe Nanoporen mit einem 3D-Druck-Verfahren erzeugt. Das hat Vorteil, dass nicht nur runde Nanoporen, sondern auch andere Formen wie beispielsweise Schlitze erzeugt werden k\u00f6nnen, was bei bestimmten Krankheitserregern Vorteile bei der Erkennung bringen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>An der Universit\u00e9 de Haute-Alsace werden spezielle Kunststoffe entwickelt, um damit die Oberfl\u00e4chen der Membranen und Nanoporen zu beschichten. So k\u00f6nnen unter anderem ihre elektrischen Eigenschaften angepasst werden.<\/p>\n<p>Am Institute of Precision Medicine (IPM) der Hochschule Furtwangen laufen alle diese Entwicklungen zusammen. Dort entsteht das Diagnoseger\u00e4t und finden auch die Tests statt.<\/p>\n<p><u>Was ist f\u00fcr Sie der Vorteil, dieses Projekt mit Partnern aus der Grenzregion zu entwickeln, und umgekehrt, welchen Mehrwert bringt Ihr Projekt f\u00fcr den Oberrhein?<\/u><\/p>\n<p>Ein klarer Vorteil ist, dass wir die richtigen Partner in der N\u00e4he finden konnten. Alle bringen genau die passende wissenschaftliche Expertise, Erfahrungen und ben\u00f6tigte Ausr\u00fcstung in das Projekt ein. Die Zusammenarbeit bringt auch eine bessere Vernetzung mit sich. Das macht es einfacher, weitere gemeinsame Projekte anzusto\u00dfen. Au\u00dferdem ist es nat\u00fcrlich f\u00fcr Forscher und Forscherinnen immer interessant zu erfahren, wie an anderen Hochschulen geforscht wird.<\/p>\n<p>Ziel des Projektes ist ja, eine schnelle und kosteng\u00fcnstige Methode zur Erkennung von Krankheiten zu entwickeln. Davon profitieren alle Menschen am Oberrhein, aber auch dar\u00fcber hinaus. Das Projekt tr\u00e4gt durch eine bessere Vernetzung auch dazu bei, die Forschungszusammenarbeit am Oberrhein zu st\u00e4rken. Das ist ein klarer Wettbewerbsvorteil, weil so mehr Innovationen geschaffen werden.<\/p>\n<p><em>Das Projekt VarioPore ist ein Projekt der Wissenschaftsoffensive der Trinationalen Metropolregion Oberrhein, welche vom Interreg-Programm Oberrhein, der R\u00e9gion Grand Est, dem Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-W\u00fcrttemberg und dem Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz kofinanziert wird. Die Schweizerische Eidgenossenschaft und die Kantone der Nordwestschweiz beteiligen sich an der Finanzierung der Schweizer Projektpartner.<\/em><\/p>\n<p>PWeitere Informationen zum Projekt:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.hs-furtwangen.de\/forschung\/forschungsprojekte\/variopore\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.hs-furtwangen.de\/forschung\/forschungsprojekte\/variopore<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Projekt VarioPore bringt eine Innovation in die Krankheitsdiagnose: Der Nachweis von Molek\u00fclen mit Hilfe eines Nanopores, um Schnelltests am Ort der Behandlung durchzuf\u00fchren. Diese Innovation wird von einem trinationalen Konsortium entwickelt, bestehend aus der Hochschule Furtwangen, der Universit\u00e4t Haute-Alsace und der Fachhochschule Nordwestschweiz. 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