{"id":14983,"date":"2025-04-16T08:29:06","date_gmt":"2025-04-16T06:29:06","guid":{"rendered":"https:\/\/science.rmtmo.eu\/?p=14983"},"modified":"2025-04-16T08:29:06","modified_gmt":"2025-04-16T06:29:06","slug":"wasser-symposium-ein-schritt-zu-einer-nachhaltigeren-nutzung-des-wassers-am-oberrhein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/science.rmtmo.eu\/de\/neues\/wasser-symposium-ein-schritt-zu-einer-nachhaltigeren-nutzung-des-wassers-am-oberrhein\/","title":{"rendered":"Wasser-Symposium: Ein Schritt zu einer nachhaltigeren Nutzung des Wassers am Oberrhein"},"content":{"rendered":"<p>Am 25. und 26. Mai fand die dritte Ausgabe des Wassersymposiums statt, die von der Collectivit\u00e9 Europ\u00e9enne d\u2019Alsace (CEA) in Zusammenarbeit mit dem Oberrheinrat und der Oberrheinkonferenz organisiert wurde. Zentrales Thema dieser Ausgabe war die \u201eNutzung von Wasser\u201c, wobei zwei Aspekte besonders im Fokus standen: landwirtschaftliche Nutzung und Umweltschutz. Am zweiten Tag stellten sechs Referentinnen und Referenten von Hochschulen und Universit\u00e4ten am Oberrhein und dar\u00fcber hinaus sowie vom Naturpark S\u00fcdschwarzwald ihre Arbeiten vor. Die Diskussionen drehten sich vor allem um den Klimawandel und die Anpassung der Wasserl\u00e4ufe an die bevorstehenden klimatischen Ver\u00e4nderungen.<!--more--><\/p>\n<p>Prof. Sylvain Payraudeau, Professor f\u00fcr Hydrologie und Schadstofftransport an der ENGEES (Stra\u00dfburg), stellte seine Forschung zu den Fl\u00fcssen des Kochersberg\u2018s vor. Diese sind durch menschliche Aktivit\u00e4ten stark verschmutzt. Durch die Verkn\u00fcpfung von Geowissenschaften, Geografie und Soziologie haben Payraudeau und sein Team verschiedene Szenarien f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Entwicklung der Region erstellt und diese hinsichtlich ihrer Resistenz zum Klimawandel untersucht. Die Ergebnisse dieser Studie werden im September 2025 ver\u00f6ffentlicht. Dieser innovative Ansatz wird am interdisziplin\u00e4ren Institut \u201eSWITCH\u201c der Universit\u00e4t Stra\u00dfburg und des CNRS weiterentwickelt, um zur Nachhaltigkeit von Wasser und St\u00e4dten beizutragen.<\/p>\n<p>Die nachhaltige Wasserbewirtschaftung ist allerdings auch eine politische Herausforderung. Da S\u00fc\u00dfwasserressourcen zunehmend knapper werden, ist es von zentraler Bedeutung, Regeln f\u00fcr die gemeinsame Nutzung dieser Ressourcen zu entwickeln, um mehr Gerechtigkeit zu schaffen. In ihrem Vortrag \u201eWasserpolitik angesichts des Klimawandels \u2013 Politische und rechtliche Perspektiven zum Wasser-Landwirtschaft-Nexus\u201c gab Dr. Sylvia Kruse von der Universit\u00e4t Freiburg einen \u00dcberblick \u00fcber nationale Gesetze und Strategien zur Wasserbewirtschaftung im Kontext des Klimawandels.<\/p>\n<p>Angesichts des Klimawandels muss auch die Natur ihre Widerstandsf\u00e4higkeit unter Beweis stellen. Dieses Leuchtturmthema zog sich durch die Vortr\u00e4ge von Prof. Carmen De Jong von der Universit\u00e4t Stra\u00dfburg \u00fcber die Resilienz der Oberrheinfl\u00fcsse sowie von Roland Sch\u00f6ttle vom Naturpark S\u00fcdschwarzwald, der an der Entwicklung einer widerstandsf\u00e4higen Landschaft im Naturpark arbeitet.<\/p>\n<p>Auch die Regionen selbst m\u00fcssen sich an die bevorstehenden Ver\u00e4nderungen anpassen. Mit diesem Thema setzten sich Dr. Jannis Epting von der Universit\u00e4t Basel und Prof. Sylvain Plantureux, Berater bei \u201eNos belles Prairies\u201c und ehemals t\u00e4tig an der Universit\u00e4t Lothringen \u2013 INRAE, auseinander. Ihre Pr\u00e4sentationen \u201eMa\u00dfnahmen zur Anpassung an den Klimawandel \u2013 Verringerung der Auswirkungen von D\u00fcrren auf Grundwasserleiter und Wasserl\u00e4ufe\u201c sowie \u201eWasser, Wiesen und Viehzucht: Fragen des Klimawandels und Anpassungsm\u00f6glichkeiten\u201c stellten konkrete Handlungsm\u00f6glichkeiten vor.<\/p>\n<p><strong>Wasser \u2013 ein langwieriger Kampf im Oberrheingebiet<\/strong><\/p>\n<p>Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Wasserressourcen werfen sowohl aus politischer als auch aus wissenschaftlicher Sicht viele Fragen auf. Da Wasser keine Grenzen kennt, muss der Schutz dieser Ressource in enger Zusammenarbeit mit allen grenz\u00fcberschreitenden Akteuren gedacht werden. Mit rund hundert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich mit dem Thema Wasser besch\u00e4ftigen, ist das Oberrheingebiet ein bedeutender Forschungsstandort in Europa.<\/p>\n<p>Im September 2023 wurde der Eucor-Lehrstuhl f\u00fcr Exzellenz \u201eWasser und Nachhaltigkeit\u201c gegr\u00fcndet \u2013 getragen von den Universit\u00e4ten Stra\u00dfburg und dem KIT Karlsruhe. Ziel dieses Lehrstuhls ist es, gemeinsam mit sozio\u00f6konomischen Akteuren aus dem Wasserbereich L\u00f6sungen zu erarbeiten, die den Herausforderungen und Bed\u00fcrfnissen der Oberrheinregion gerecht werden. Dar\u00fcber hinaus soll die Zusammenarbeit zwischen den Universit\u00e4ten der Region intensiviert, interdisziplin\u00e4re Programme im Bereich nachhaltiger Wasserwirtschaft entwickelt und gemeinsame Lehrveranstaltungen an den f\u00fcnf EUCOR-Universit\u00e4ten organisiert werden.<\/p>\n<p>Das Grundwasser im Oberrheingebiet z\u00e4hlt zu den gr\u00f6\u00dften Europas und versorgt laut APRONA mindestens 5,6 Millionen Menschen mit Trinkwasser. Dennoch warnen Forschungsarbeiten seit \u00fcber drei\u00dfig Jahren vor besorgniserregenden Verschmutzungsraten. Dies ist einer der Gr\u00fcnde, weshalb das INTERREG-Programm Oberrhein seit den 2000er Jahren wissenschaftliche Projekte zur L\u00f6sung wasserbezogener Probleme finanziert.<\/p>\n<p>So hatte beispielsweise das Projekt \u201ePAWENA\u201c, das 2023 abgeschlossen wurde und vom grenz\u00fcberschreitenden Zweckverband Wissembourg \u2013 Bad Bergzabern in Zusammenarbeit mit Akteuren aus Rheinland-Pfalz und dem Elsass getragen wurde, das Ziel, miteinander verbundene Trinkwasserinfrastrukturen zu schaffen, um eine nachhaltige und grenz\u00fcberschreitende Wasserversorgung zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Das 2018 abgeschlossene Projekt ERMES, das in Zusammenarbeit mit allen Regionen des Oberrheins durchgef\u00fchrt wurde, brachte die Verschmutzung des Grundwassers ans Licht und entwickelte politische Strategien zur Erhaltung und Wiederherstellung der Wasserqualit\u00e4t. Das Nachfolgeprojekt ERMES II, das im Dezember 2025 enden wird, untersucht nun insbesondere den Anteil von Mikroverunreinigungen im Grundwasser, darunter PFAS, Pestizidmetaboliten, Arzneimittelr\u00fcckst\u00e4nde und Weichmacher.<\/p>\n<p>Diese Initiativen verdeutlichen ganz klar, wie wichtig ein gemeinsames Management der Wasserressourcen in der grenz\u00fcberschreitenden Oberrheinregion ist, um eine bessere und klimaresilientere Zukunft zu gestalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 25. und 26. Mai fand die dritte Ausgabe des Wassersymposiums statt, die von der Collectivit\u00e9 Europ\u00e9enne d\u2019Alsace (CEA) in Zusammenarbeit mit dem Oberrheinrat und der Oberrheinkonferenz organisiert wurde. Zentrales Thema dieser Ausgabe war die \u201eNutzung von Wasser\u201c, wobei zwei Aspekte besonders im Fokus standen: landwirtschaftliche Nutzung und Umweltschutz. 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